Warum eine Weiterbildung zum Saunameister? 


 

In den letzten 20 Jahren hat sich die Betreuung der Saunagäste und die Durchführung der Aufgüsse in den meisten öffentlichen Saunabädern grundlegend verändert. Ursprünglich basierend auf persönlichen Erfahrungen und den Wünschen der Badegäste, werden die Aufgüsse heute nur noch durch eingewiesenes Personal oder ausgebildete Fachkräfte (Saunameister) der Betriebe durchgeführt. Ziel dieser Vorgehensweise war es,  die Aufgüsse sicherer zu machen und die Betreuung der Saunagäste zu optimieren.

 

Mit dem vorliegenden Seminarprogramm Saunafachkraft, Saunafachwirt und Saunameister soll der eingeschlagene Weg von mehr Sicherheit und Professionalität für Saunagäste, Saunamitarbeiter und Saunabadbetreiber – und damit de facto der gesamten Branche - konsequent weiter beschritten werden und die Stellung und Funktion des Aufgusses im gesundheitlichen Badeablauf weiter ausgebaut werden.


Die stichprobenhafte Überprüfung der Dokumentation und Durchführung von Aufgüssen in öffentlichen Saunaanlagen führte Ende 2015 zu folgendem Ergebnis:


 1. In 46 % der Fälle wurde die Durchführung der Aufgüsse beanstandet. Unter der Annahme, dass in den derzeit ca. 2.150 öffentlichen Saunabädern an durchschnittlich 360 Tagen im Jahr täglich etwa 10 Aufgüsse durchgeführt werden (7.740.000 Aufgüsse p.A.), ergibt sich, dass 3,57 Mio. Aufgüsse pro Jahr beanstandet werden könnten.


2. In ca. 80 % der untersuchten Fälle war die übergeordnete Organisation der Aufgussplanung zu beanstanden. In insgesamt 1.720 Betrieben (80 % von 2.150) ist die übergeordnete Organisation des Aufgusses damit verbesserungsfähig oder – negativ formuliert – zu beanstanden.


3. In zahlreichen Einzelgesprächen mit Teilnehmern von Schulungen ergab sich eine weitgehende Unkenntnis der Risiken von Aufgüssen. Dies gilt insbesondere für Personen, die in öffentlichen Betrieben bereits mit der Durchführung von Aufgüssen bereits betraut waren.


 4. Der Branchenvergleich mit anderen Dienstleistungsbranchen im Freizeitbereich (Fitnessanlagen, Bäder, Sonnenstudios) zeigt folgendes Bild:


 

In den Fitnessanlagen hat in den letzten 10 Jahren eine massive Professionalisierung stattgefunden. Mitarbeiter haben heute die Möglichkeit, sich im Ausbildungsberuf Sport- und Fitnesskaufmann ausbilden zu lassen, einen Studiengang zum Fitness-Ökonom zu absolvieren oder „nur“ nebenberufliche Qualifikationen zu erwerben. In jedem Fall wird die Dienstleistung am Kunden durch fachgerecht geschultes Personal erbracht.

In Bädern existiert seit langen Jahren das Berufsbild des Fachangestellten für Bäderbetriebe und in der übergeordneten Hierarchieebenen (Organisation) der Meister für Bäderbetriebe.

In Sonnenstudios wurde bis zum 1.Januar 2012 auf eine freiwillige Ausbildung der Mitarbeiter (Wochenendkurs) gesetzt. Mit Einführung der UV-Schutz-Verordnung ist die Anwesenheit von Fachpersonal in Sonnenstudios seit dem 1.11.2012 zur Pflicht geworden (2 tägige Ausbildung inkl. Prüfung).


 

In Saunaanlagen wurde in den letzten Jahren im Wesentlichen in die Hardware investiert. Die Anlagen wurden größer und luxuriöser. Auf eine weitergehende Qualifizierung von Mitarbeitern, die im direkten Kundenkontakt stehen, wurde allerdings weitgehend verzichtet. So ist es noch heute möglich, eine Saunaanlage völlig ohne qualifiziertes Personal zu betreiben. Die einfache Einweisung durch einen angeblich qualifizierten Mitarbeiter reicht vollständig aus!

 

  

Mit dem neu geschaffenen Berufsbild Saunafachkraft wird den Betrieben die Möglichkeit eröffnet, zu sehr günstigen Konditionen fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter für die Durchführung von Aufgüssen und die Betreuung der Gäste einsetzen zu können. Die fachlich kompetente und in den notwendigen Fähigkeiten geschulte Sauna-Fachkraft repräsentiert das jeweilige Unternehmen und steht für die Kontrolle der Saunakabine und der Gäste und deren Beratung dauerhaft zur Verfügung. Die vorhandene Diskrepanz zwischen herausragenden, architektonisch anspruchsvollen Saunaanlagen mit schlecht oder gar nicht ausgebildetem Personal wird nachhaltig geschlossen. Der Betrieb einer Saunaanlage ohne geschultes Personal soll mittelfristig damit ausgeschlossen werden.

 

Mit den beiden übergeordneten Qualifikationsstufen Saunafachwirt und Saunameister werden den Betrieben ausgebildete Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, die neben der Durchführung der Aufgüsse und der fachlich korrekten Betreuung der Gäste auch in der Organisation der Aufgusspläne etc. eingesetzt werden können. Mittelfristiges Ziel sollte es sein, mindestens einen Sauna-Fachwirt und einen Saunameister im Betrieb für weitergehende Beratungen und Rückfragen des Aufgusspersonals vorzuhalten. Zumindest in größeren Betrieben ist auch davon auszugehen, das dieser Sauna-Meister den Personaleinsatz organisiert und beispielsweise die Aufgusspläne erstellt. Durch den höheren, spezifischen Kenntnisstand dieser Person wird so betriebsintern sichergestellt, dass z. B. die Entwärmungszeiten der Mitarbeiter zwischen den Aufgüssen und der sichere Umgang und die Lagerung der Aufgussmittel organisiert und überprüft werden. Daraus ergibt sich für den Betrieb, die Mitarbeiter und die Gäste eine deutlich höhere Sicherheit. Das identifizierte Problem, dass ca. 80 % der Aufgusspläne verbesserungswürdig sind, sollte damit mittelfristig gelöst werden.

 


 

 

   



Saunameister  Blutgefäße
Blutumverteilung beim Saunabad

  

 

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Saunameister - Saunaguss